Manduchai

Schon seit einiger Zeit höre ich Bücher. Zum lesen bleibt mir leider nicht soviel Zeit, so dass ich den Weg zur Arbeit oder wieder nach Hause nutze um Hörbücher zu hören. Entweder tue ich das mit Audible – Büchern oder schaue mal was mein Streaminganbieter Spotify zu bieten hat.

Am liebsten höre ich Fantasy oder Historische Romane und ich achte darauf, dass ich nur ungekürzte Bücher höre. Letztendlich entscheidet der Autor (und vielleicht auch das Lektorat des Verlages) was in einem Buch enthalten ist und so mag ich es nicht wenn Bücher für Hörbücher gekürzt werden.

Ich denke von Zeit zu Zeit werde ich hier Bücher vorstellen, die ich gelesen bzw. gehört habe.

Das erste Buch welches ich vorstellen will ist Manduchai von Tanja Kinkel. Die Autorin verführt uns in die Mongolei im 13ten Jahrhundert. Manduchai war eine Fürstentochter die zu einer Regentin aller Mongolen wurde.

Was nun genau wahr ist oder nicht, ist wenn der man der Wikipedia glauben darf nicht so klar. Aber eigentlich ist das für das Buch auch egal.

Das Buch beginnt mit der Geburt von Manduchai und erklärt das damalige Umfeld. Die Mongolen haben lange das Reich der Mitte verloren und Dschingis Khan wird mehr verklärt als verehrt. Die Abstimmungslinie die direkt auf Dschingis Khan zurückgeht stellt den Khan, der aber machtlos ist, die wahre Macht hat der militärische Führer der Mongolen.

Manduchai heiratet den Khan, der sie als Zweitfrau nimmt. Ab diesen Zeitpunkt geht Manduchai, die von einem Chinesen erzogen wird sehr planvoll daran, dass Khan-Tum – wieder zu alter Größe zu führen.

Das Buch selber beschreibt nicht nur das Leben von Manduchai und wichtigen Protagonisten aus ihrer Welt sondern erklärt die politischen Umstände in der Mongolei und China ohne zu detailverliebt zu sein. Bei mir hat das Buch dazu geführt, dass ich erstmal angefangen habe mich per Wikipedia mehr mit dem Thema – Zeit nach Dschingis Khan auseinander zu setzen. Sehr spannend.

Was macht für mich ein gutes Buch aus:

1. Es muss mich fesseln und ich muss Lust auf das Weiterlesen bzw. Weiterhören haben.
2. Historische Hintergründe oder bei Fantasyromanen neue frische Ideen sind gut.
3. Der Umfang ist völlig unwichtig – ein dünnes Buch kann genauso fesseln wie auch ein Dickes.
4. Anstrengend finde ich Bücher bei denen ich ein Notizbuch daneben legen muss, damit ich mir die Namen merken kann und zuordnen kann. Eine klare Zuordnung ist also Pflicht.
5. Die Figuren müssen so rausgearbeitet sein, dass ich eine klare Vorstellung von diesen habe (deshalb finde ich Verfilmungen auch recht schwierig).

Manduchai hat mich in eine Welt geführt, die ich so noch nicht kannte (ich hatte zwar schon vor 30 Jahren ein Buch über Dschingis Khan gelesen, aber das ist eigentlich vergessen – vielleicht sollte ich das Buch mal wieder ausgraben) 🙂 Die Figuren sind sehr gut rausgearbeitet worden und konnte sie mir sehr gut vorstellen. Ein bisschen ist es bei guten Büchern immer so, dass ich selber Teil der Geschichte bin – wie ein Beobachter.

Das Buch wird von Tanja Fornaro gelesen, die einen wirklich guten Job macht. Sie hat es geschafft mich von Anfang zu fesseln, was keine Selbstverständlichkeit ist. An manchen Hörbuchsprecher muss man sich erst gewöhnen, was dann manchmal zu lasten der Geschichte geht. Die Sprecherin schafft durch ihre Stimme, die richtige Betonung – die Figuren zu formen und meine Phantasie zu beflügeln.

Das Buch ist eine klare Empfehlung, es gibt aber auch Kritik, das Buch bricht am Ende etwas ab. Es hört also nicht mit dem Tot von Manduchai auf – es beginnt ja mit ihrer Geburt, sondern endet irgendwie mittendrin. Vielleicht schreibt Frau Kingel ja noch eine Fortsetzung – schön wäre es, denn ich würde das Buch lesen äh hören wollen.

Das Hörbuch ist im argon Hörbuch Verlag erschienen, ich habe es über ein Audible Abo bezogen.

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